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Rechtsstand 19. September 2026

Maklerprovision in Bonn: wer zahlt was

Veröffentlicht 18.09.2026 · Aktualisiert 19.10.2026

Die Maklerprovision ist ein Erfolgshonorar: Sie entsteht erst, wenn durch die Tätigkeit der Maklerin ein Vertrag zustande kommt. Geregelt ist der Anspruch in § 652 Bürgerliches Gesetzbuch. Ohne Kaufvertrag entsteht kein Anspruch, auch nicht anteilig für Besichtigungen, Exposés oder Inserate. Beim Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses an einen Verbraucher gelten zusätzlich die §§ 656a bis 656d BGB. Sie regeln die Form des Maklervertrags, die Teilung der Provision und die Fälligkeit. Abweichungen zulasten des Käufers sind unwirksam. Verhandelbar ist die Höhe; bei der Verteilung setzt das Gesetz nur die Grenze, dass der Käufer höchstens die Hälfte trägt.

Das Teilungsgebot gilt, sobald beide Seiten beauftragen

Wird eine Maklerin für Käufer und Verkäufer tätig, darf sie gemäß § 656c BGB von beiden nur dieselbe Provision verlangen, und ein Nachlass für eine Partei wirkt auch für die andere. Verstößt eine Vereinbarung dagegen, sind beide Maklerverträge unwirksam. Beauftragt nur eine Seite, gilt § 656d BGB: Höchstens die Hälfte darf auf die andere Seite übergehen, und dieser Anteil wird erst fällig, wenn die auftraggebende Seite ihre Zahlung nachgewiesen hat. Entscheidend ist deshalb, wer den Auftrag erteilt hat.

Die Vorschriften im Überblick
ErfolgsprinzipProvision nur bei Vertragsschluss, § 652 BGB. Kein Anspruch für vergebliche Bemühungen.
TextformDer Maklervertrag bedarf der Textform, § 656a BGB. E-Mail genügt, ein Anruf nicht.
DoppeltätigkeitGleiche Höhe für beide Seiten, § 656c BGB. Nachlass wirkt für beide.
Einseitiger AuftragHöchstens die Hälfte auf die andere Seite, Fälligkeit erst nach Zahlungsnachweis, § 656d BGB.
AnwendungsbereichWohnungen und Einfamilienhäuser mit einem Verbraucher als Käufer, § 656b BGB.
VermietungBestellerprinzip, § 2 Abs. 1a Wohnungsvermittlungsgesetz. Wer bestellt, zahlt.

Die Höhe ist Verhandlungssache, nicht Gesetz

Ein Gesetz legt die Höhe der Provision nicht fest. Laut ImmoScout24 liegt die übliche Gesamtprovision zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des Kaufpreises einschließlich Umsatzsteuer; bei hälftiger Teilung entfallen davon bis zu 3,57 Prozent auf jede Seite. Regionale Gepflogenheiten prägen die Spanne, ein Anspruch auf einen bestimmten Satz folgt daraus nicht. Bei einem Bonner Kaufpreis von 500.000 Euro bedeuten 3,57 Prozent für eine Seite 17.850 Euro einschließlich Umsatzsteuer. Diese Zahl gehört in die Finanzierungsplanung, weil Banken Kaufnebenkosten oft nicht mitfinanzieren.

Quelle für die Spanne: ImmoScout24, Ratgeber Maklerprovision, abgerufen am 19.09.2026.

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Bei der Vermietung zahlt, wer bestellt

Bei der Vermietung von Wohnraum zahlt die Seite, die den Auftrag erteilt hat. Gemäß § 2 Absatz 1a Wohnungsvermittlungsgesetz darf eine Maklerin von Wohnungssuchenden nur dann ein Entgelt verlangen, wenn sie die Wohnung ausschließlich wegen dieses Suchauftrags beschafft hat. Zahlt ausnahmsweise die Wohnungssuchende, ist ihr Entgelt gemäß § 3 Absatz 2 desselben Gesetzes auf zwei Monatsmieten zuzüglich Umsatzsteuer begrenzt. In der Vermietung arbeiten wir ausschließlich im Auftrag der Eigentümerseite, und unsere Provision beträgt dort höchstens 2,38 Nettokaltmieten einschließlich 19 % Umsatzsteuer, also zwei Nettokaltmieten zuzüglich Umsatzsteuer. Näheres steht auf der Seite Wohnung vermieten in Bonn.

Fragen und Antworten

Muss der Käufer in Bonn Provision zahlen?

Beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses durch einen Verbraucher zahlt der Käufer höchstens die Hälfte. Grundlage sind §§ 656c und 656d BGB. Hat nur die Verkäuferseite beauftragt, wird der Käuferanteil gemäß § 656d BGB erst fällig, wenn sie ihre Zahlung nachgewiesen hat. Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten und unbebauten Grundstücken greift diese Begrenzung nicht; dort bleibt die Verteilung frei verhandelbar.

Wann wird die Provision fällig?

Mit dem wirksamen notariellen Kaufvertrag, nicht mit der Besichtigung und nicht mit der Finanzierungszusage. Vorher besteht kein Anspruch, auch nach monatelanger Vermarktung nicht. Bei einem einseitigen Auftrag gemäß § 656d BGB wird der Anteil der zweiten Seite außerdem erst fällig, wenn die auftraggebende Seite ihre Zahlung nachgewiesen hat. Üblich ist danach eine Zahlungsfrist von zwei Wochen, festgelegt im Maklervertrag. Wir rechnen erst nach dem Notartermin ab.

Reicht eine mündliche Zusage für den Maklervertrag?

Nein. Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern ist die Textform gemäß § 656a BGB zwingend. Eine mündliche Zusage am Telefon begründet keinen wirksamen Maklervertrag, und ohne wirksamen Vertrag entsteht kein Provisionsanspruch. Textform bedeutet eine lesbare Erklärung auf einem dauerhaften Datenträger: Eine E-Mail genügt, eine eigenhändige Unterschrift ist nicht erforderlich. Ein Formular auf einer Internetseite erfüllt die Anforderung ebenfalls, sofern der Text gespeichert werden kann. Die Textform schützt beide Seiten, weil Auftrag und Höhe nachlesbar feststehen.

Ist die Provision steuerlich absetzbar?

Bei vermieteten Objekten ja, bei selbst genutztem Wohneigentum in aller Regel nicht. Beim Käufer einer vermieteten Immobilie zählt die Provision zu den Anschaffungsnebenkosten und wirkt über die Abschreibung; beim Verkäufer mindert sie den Veräußerungsgewinn nach § 23 Einkommensteuergesetz, wenn der Verkauf innerhalb der Zehnjahresfrist steuerpflichtig ist. Bei selbst genutztem Wohneigentum fehlt gemäß § 9 Einkommensteuergesetz der Zusammenhang mit Einkünften. Die Einzelheiten gehören in die Hand einer Steuerberaterin oder eines Steuerberaters, weil wir keine Steuerberatung erbringen dürfen. Der Anruf beim Steuerbüro lohnt vor dem Notartermin.

Wie ein Verkauf in Bonn abläuft, steht auf der Seite Immobilie verkaufen in Bonn. Was eine Immobilie wert ist und wie der Wert begründet wird, steht auf der Seite Immobilienbewertung in Bonn.

Fragen zu dieser Seite oder zur eigenen Immobilie? Nada Shammout ist unter 0151 5346 1527 und über info@shammout-immobilien.de erreichbar, auf Deutsch, Arabisch und Englisch. Eine Anfrage beantwortet sie am selben Werktag.

Nada Shammout, Immobilienmaklerin in Bonn, Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GewO, erteilt durch die Bundesstadt Bonn. Zur Autorenseite.

Stand 19.10.2026