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Für Vermieterinnen und Vermieter

Wohnung in Bonn vermieten

Veröffentlicht 18.09.2026 · Aktualisiert 19.10.2026

Bei der Vermietung von Wohnraum zahlt die Provision, wer den Maklerauftrag erteilt hat. Diese Regel heißt Bestellerprinzip und gilt für Wohnraum seit 2015. Von der Mieterin darf eine Provision gemäß § 2 Absatz 1a Wohnungsvermittlungsgesetz nur verlangt werden, wenn die Wohnung ausschließlich wegen ihres eigenen Suchauftrags beschafft wurde, und dann gemäß § 3 Absatz 2 höchstens zwei Monatsmieten zuzüglich Umsatzsteuer. Vereinbarungen, die die Kosten eines Vermieterauftrags auf die Mieterin abwälzen, sind unwirksam. Für Vermieterinnen und Vermieter heißt das: Die Provision tragen Sie, und es ist klar, wer weisungsbefugt ist. Bei uns beträgt sie höchstens 2,38 Nettokaltmieten einschließlich 19 % Umsatzsteuer, also zwei Nettokaltmieten zuzüglich Umsatzsteuer, und steht vor Beginn im Maklervertrag. Für Gewerberaum gilt das Bestellerprinzip nicht; dort wird frei vereinbart, wer die Provision trägt.

Wie die Vermietung abläuft

Eine Vermietung hat fünf Schritte, vom hergeleiteten Mietansatz bis zum Übergabeprotokoll. Laut CBRE Time-on-Market-Index vom 12. November 2025 waren Mietwohnungen im dritten Quartal 2025 bundesweit 30 Tage inseriert, 5 Tage weniger als ein Jahr zuvor. Der Engpass ist meist die Vorauswahl: Wer dreißig Anfragen ungefiltert zur Besichtigung einlädt, verliert einen Samstag und gewinnt keine Sicherheit über die Bonität.

  1. Mietansatz. Hergeleitet aus dem Bonner Mietspiegel und vergleichbaren Angeboten, nicht geschätzt.
  2. Exposé mit Pflichtangaben. Mit den fünf Angaben aus dem Energieausweis nach § 87 Abs. 1 GModG.
  3. Vorauswahl. Selbstauskunft, Einkommensnachweise, Bonitätsauskunft.
  4. Besichtigung. Einzeln, nicht als Massenbesichtigung.
  5. Vertrag und Übergabe. Protokoll, Zählerstände, Schlüsselanzahl.

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Pflichtangaben: fünf Punkte aus dem Energieausweis

Liegt ein Energieausweis vor, gehören fünf seiner Angaben auch in jede Vermietungsanzeige. So regelt es § 87 Absatz 1 des Gebäudemodernisierungsgesetzes:

Fehlen die Angaben, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die gemäß § 108 GModG mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann. Vorzulegen ist der Ausweis spätestens bei der Besichtigung. Die Pflicht trifft Vermieter und Makler gleichermaßen; eine Anzeige ohne die fünf Angaben ist außerdem wettbewerbsrechtlich angreifbar.

Die Kaution ist auf drei Monatsmieten begrenzt

Die Mietkaution darf höchstens das Dreifache der Monatsmiete betragen, ohne Betriebskosten, also gemessen an der Nettokaltmiete. So regelt es § 551 Absatz 1 BGB. Die Mieterin darf in drei gleichen Monatsraten zahlen; die erste Rate wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig. Der Vermieter legt die Kaution getrennt von seinem Vermögen an, zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz, und die Erträge stehen der Mieterin zu. Eine Vereinbarung über eine höhere Kaution ist unwirksam, soweit sie die Grenze überschreitet.

Was die Selbstauskunft fragen darf und was nicht

Eine Mieterselbstauskunft darf nur fragen, was für das Mietverhältnis erheblich ist. Die Grenzen ergeben sich aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und aus dem Gebot der Datenminimierung in Art. 5 Absatz 1 Buchstabe c Datenschutz-Grundverordnung. Zulässig sind Einkommen, Beruf und Arbeitgeber, die Zahl der einziehenden Personen, bestehende Mietschulden und ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren. Unzulässig sind Fragen nach Schwangerschaft und Familienplanung, Religionszugehörigkeit, Parteimitgliedschaft, Gewerkschaftszugehörigkeit, Vorstrafen ohne Bezug zum Mietverhältnis und nach einer Mitgliedschaft im Mieterverein. Eine unzulässige Frage darf die Bewerberin falsch beantworten, ohne dass daraus später ein Anfechtungs- oder Kündigungsgrund entsteht. Eine Antwort auf eine unzulässige Frage ist deshalb wertlos, und die Frage selbst ist ein Risiko für die Vermieterseite.

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung

Wer eine vermietete Eigentumswohnung kauft, wird neuer Vermieter und tritt gemäß § 566 BGB in den bestehenden Mietvertrag ein: Kauf bricht nicht Miete. Kündigen kann der Erwerber nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen, etwa bei Eigenbedarf. Bei Wohnungen, die nach Überlassung an die Mieterin in Wohnungseigentum umgewandelt wurden, greift gemäß § 577a BGB außerdem eine Sperrfrist von drei Jahren, die die Landesregierungen für gefährdete Gebiete auf bis zu zehn Jahre verlängern können. Beide Regeln wirken unmittelbar auf den erzielbaren Kaufpreis und gehören deshalb in die Rechnung, bevor eine Zahl genannt wird. Eine vermietete Wohnung mit laufender Sperrfrist spricht vor allem Kapitalanleger an, weil Selbstnutzer sie so bald nicht beziehen können.

Exposé auch auf Arabisch und Englisch

Der Bonner Mietmarkt ist international. Laut Bundesstadt Bonn sitzen am Standort mehr als zwanzig Einrichtungen der Vereinten Nationen, dazu die DHL Group, die Deutsche Telekom und die Universität Bonn mit mehreren tausend internationalen Studierenden. Ein Exposé, das auch auf Englisch und Arabisch vorliegt, erreicht Interessenten, die eine rein deutsche Anzeige nicht ganz verstehen, und es spart Rückfragen beim Vertragsschluss. Auf Wunsch begleiten wir die Unterzeichnung mit einem vereidigten Dolmetscher, damit niemand einen Vertrag unterschreibt, den er nicht vollständig gelesen hat.

Fragen zu dieser Seite oder zur eigenen Immobilie? Nada Shammout ist unter 0151 5346 1527 und über info@shammout-immobilien.de erreichbar, auf Deutsch, Arabisch und Englisch. Eine Anfrage beantwortet sie am selben Werktag.

Nada Shammout, Immobilienmaklerin in Bonn, Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GewO, erteilt durch die Bundesstadt Bonn. Zur Autorenseite.

Stand 19.10.2026